Stundensatz richtig kalkulieren im Handwerk
Warum die Kalkulation so wichtig ist
Viele Handwerker arbeiten fleißig – und wundern sich am Jahresende, warum kaum etwas übrig bleibt. Der Grund: Ein zu niedriger oder falsch kalkulierter Stundensatz.
Der Stundensatz ist das Fundament deiner Wirtschaftlichkeit. Kalkulierst du ihn falsch, arbeitest du im schlimmsten Fall unter deinen Kosten.
Die Formel für deinen Stundensatz
Stundensatz = (Fixkosten + Gewinn) / Produktive Stunden
Was sind Fixkosten?
- Versicherungen (Haftpflicht, BG, Krankenversicherung)
- Fahrzeugkosten
- Werkzeug & Maschinen (Abschreibung)
- Miete / Lager
- Software & IT
- Marketing
- Steuerberater
- Rücklagen für Urlaub & Krankheit
- Dein gewünschtes Gehalt
Was sind produktive Stunden?
Nicht jede Arbeitsstunde kannst du abrechnen. Abzüge für:
- Anfahrtszeiten (je nach Vereinbarung)
- Büroarbeit & Angebote
- Akquise & Kundengespräche
- Krankheit & Urlaub
Realistisch: 1.400–1.700 produktive Stunden pro Jahr
Beispielrechnung
| Position | Betrag/Jahr |
|---|---|
| Gewünschtes Netto-Einkommen | 48.000 € |
| Krankenversicherung | 6.000 € |
| Betriebshaftpflicht & BG | 2.500 € |
| Fahrzeug (Leasing, Versicherung, Sprit) | 9.000 € |
| Werkzeug & Material | 3.000 € |
| Software & Telefon | 1.500 € |
| Steuerberater | 2.000 € |
| Rücklagen | 6.000 € |
| Gesamtkosten | 78.000 € |
Produktive Stunden: 1.500 Stunden/Jahr
Stundensatz: 78.000 € / 1.500 h = 52 € netto
Mit Gewinnaufschlag (15%): ca. 60 € netto
Mit MwSt: ca. 71 € brutto
Häufige Fehler
- Eigenes Gehalt vergessen – Du musst dich auch bezahlen!
- Zu viele produktive Stunden ansetzen – Büroarbeit frisst Zeit
- Keine Rücklagen – Urlaub und Krankheit kosten trotzdem
- Konkurrenz als Maßstab – Deine Kosten zählen, nicht die der anderen
Fazit
Ein korrekt kalkulierter Stundensatz ist kein Luxus, sondern Überlebensgrundlage. Nimm dir die Zeit, deine Zahlen ehrlich durchzurechnen – es lohnt sich.